Samstag, 7. März 2015

Diemtigtal (2014)

Nördlich von Zwischenflüh im Diemtigtal liegt der Blattenwald, durch den eine Strasse auf die Rinderalp führt. Folgt man dieser Strasse, erlebt man ein Blumenwunder, denn immer wieder begegnet man Orchideen, besonders auch der seltenen Fliegen-Ragwurz, die man mit etwas geübtem Auge direkt von der Strasse aus beobachten kann.
Dann folgte der Blumenwanderer einem Trampelpfad, der rechts vom Strässchen abzweigt und auf die Blaachli-Alp führt. Wieder begegnet man unterwegs allerlei z.T. seltenen Bergblumen. Den Hinweis auf diese Tour fand ich auf Stefan Grünigs Website www.natur-welten.ch unter den Tipps. Die Aufnahmen zeigen, dass Grünig recht hat, wenn er von einem Orchideenparadies spricht.


Tourdatum: 19. Juni 2014



die Lippe dieser Orchidee gleicht einem Insekt.
Sie zieht eine bestimmte Wespenart an, welche
die Blüte für ein Weibchen hält. Beim Begattungsversuch
 wird nebenbei auch der Pollen übertragen.

Fliegenragwurz (Ophrys insectifera)



rotes Waldvögeli (Cephalanthera rubra)
Weisses Waldvögeli (Cephalanthera longifolia)






Schwärzliches Knabenkraut (Orchis ustulata)
in einem schönen Bestand











die im Diemtigtal seltene Spitzorchis und erst
noch in der Unterart tanayensis
(Anacamptis pyramidalis ssp. tanayensis)

Kugelorchis (Traunstinera globosa)


Langspornige Handwurze (Gymnadenia conopsea)
Weisses Breitkölbchen (Platanthera bifolia)



Schwalbenschwanz (Papilio machaon)


das Sonnenröschen (Helianthemum alpestre)
ist ein Zistrosengewächs




die Hundszunge (Cynoglossum officinale)
gehört zu den Borretschgewächsen

sie habe ich hier zum ersten Mal gesehen








Dienstag, 3. März 2015

Rochers de Naye (2014)

Höhenwanderung zwischen Rochers de Naye und Cape au Moine am 6. Sept. 2014

Hier ein Wort zu Sabine Joss: sie ist gewissermassen die Betty Bossi der Botanik, denn was sie beschreibt, gelingt auch. Sie hat nun schon zwei Bücher mit dem Titel "Blütenwanderungen" herausgegeben (AT-Verlag), die sicher zum Besten punkto angewandte Botanik gehören.

Hier eine Tour zwischen der Genferseeregion und der Haute Gruyère aus dem ersten Band. Jede Wanderung dreht sich um einen "Star" und hier ist es unbestrittenermassen der Alpen-Mannstreu. Man mag ihn auch als Gartenblume kennen, aber ihn einmal in der freien Natur zu erleben, war für den Blumenwanderer unvergesslich. Dazu der Blick auf den (leider dunstverhangenen) Genfersee und die vielen anderen Blumen....




Wollköpfige Kratzdistel (Cirsium eriophorum)
die filigrane Prachtnelke
(Dianthus superbus)
Färberscharte (Serratula tinctoria)



immer wieder schön: die grosse Sterndolde (Astrantia maior)




eine Orgie in Blau: der Eisenhut (Aconitum neomontanum)





im Hintergrund zu erahnen: der Genfersee...





und direkt am Weg:
der Alpenmannstreu (Eryngium alpinum)






die blauen Blätter sind keine Blütenblätter,
sondern die Hüllblätter. Die kleinen Blüten
sitzen auf dem zylindrischen Kolben.


der Alpen-Mannstreu ist keine Distel, sondern gehört
zu den Doldengewächsen!

Montag, 2. März 2015

Beatushöhlen (2014)

auf dem Pilgerweg am 23. Juli 2014

Von Merligen aus wanderte der Blumenwanderer auf dem alten Pilgerweg, der Teil des Jakobsweges ist, bis zu den berühmten Beatushöhlen über dem Thunersee.
Der Heilige Beatus soll um 112 n. Chr. in dieser Höhle gestorben sein. Er lebte als Einsiedler und wurde angeblich von Petrus geweiht und beauftragt, die Schweiz zu missionieren. Die Legende lässt ihn in einer Höhle bei Beatenberg am Thunersee als Einsiedler leben, wo er einen furchtbaren, die Gegend verwüstenden Drachen bekämpft haben soll und als Wohltäter des Landes gestorben sei.         
Wunder floraler Art erlebte der Blumenwanderer, als er in der Nähe des Pilgerweges einige individuenreiche Bestände der Moosorchis, einer kleinen einheimischen Orchidee, und andere Kostbarkeiten entdeckte.



die Moosorchis (Goodyera repens)
wird nur ca. 10cm hoch


die kleinen Orchideenblüten sind aus der Nähe
behaart und sehr filigran

jedes Stängelchen eine Moosorchis



 das Echte Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea)
ist ein seltenes Enziangewächs

hier lässt sich gut ausruhen


Breitblättrige Stendelwurz (Epipactis helleborine)


auch das gibt es am Thunersee:
Europäisches Alpenveilchen (Cyclamen purpurascens)





des Pilgers Ziel: die Beatushöhlen






Saastal (2014)

Blumenpromenade Kreuzboden am 8. August 2014

Da der Frühling bei uns nicht in Gang kommen will und es immer wieder schneit, schaut sich der Blumenwanderer gerne Fotos vom vergangenen Jahr an. So hat er sich entschlossen, nochmals einige Rückblicke auf das Jahr 2014 zu posten.

Von Saas Grund aus nahm er die Godelbahn und stieg in der Zwischenstation Kreuzboden (Chrizbode) aus. Hier hat es einen kleinen See und es beginnt ein Höhenwanderweg auf ca. 2400m ü. M., der auch landschaftlich eindrücklich ist. Gemütlich wanderte er  Richtung Almagellertal, wo er allerdings nie anlangte des vielen Botanisierens wegen, denn obwohl es schon August war, übertraf die Blumenvielfalt hier alles, was er bisher gesehen hatte. Die Matten glichen stellenweise buchstäblich einem Tausendblumenteppich.
Diese Vielfalt verdankt sich auch einem abwechslungsreichen geologischen Untergrund, der Silikatschutt und Bündnerschiefer umfasst.


Federige Flockenblume (Centaurea nervosa)


Hahnenfuss-Hasenohr (Bupleurum ranunculoides)







Echte Mondraute (Botrychium lunaria)

Hallers Greiskraut (Senecio halleri)







Ausgeschnittene Glockenblume (Campanula excisa)

Kerners Läusekraut (Pedicularis kerneri)




schon verblüht: Kriechende Nelkenwurz (Geum reptans)
mit perückenartigen Fruchtständen

im dem hochalpinen Rasen
reiht sich Blüte an Blüte





Zwerg-Schafgarbe (Achillea nana)



Schnee-Enzian (Gentiana nivalis)




 die Gewöhnliche Alpenscharte (Saussurea alpina)
blüht noch nicht

ein attraktives Gras: Jacquins Binse (Juncus jacquinii)

Felsen-Ehrenpreis (Veronica fruticans)
Ivapflanze (Achillea erba-rotta subsp. moschata)

Reichästiger Enzian (Gentiana ramosa)


Gämswurz-Greikraut (Senecio doronicum)
mit Saas Fe im Hintergrund

Himmelsherold (Eritrichium nanum)