Nein, nicht geht es hier um die Frage, wie man Zimmerorchideen am besten pflegt: giessen oder baden. Vielmehr war es der Blumenwanderer selbst, der ein Tauchbad nahm in der Fülle unserer wildwachsenden Orchideen! Der Gedanke dahinter: Wenn es ein Waldbaden gibt, dann vielleicht auch ein Orchideenbaden, d.h. ein bewusstes Eintauchen in die Atmosphäre eines natürlichen Lebensraums voller Exemplare dieser Pflanzenfamilie, um Stress abzubauen, das Immunsystem zu stärken und die Sinne durch achtsames Schlendern zu aktivieren.
Aber der Vergleich soll nicht überstrapaziert werden, eines ist aber wichtig: Sehen, Hören, Riechen und Fühlen des Lebensraums stehen im Vordergrund. Und das betrifft nicht nur unsere Orchideen, sondern noch so vieles mehr, was man um diese Maienzeit in der Natur erleben kann, so kürzlich am Neuenburgersee zu Füssen des Juragebirges.
| dass es solche Orte in der Schweiz noch gibt, und das Seeufer unverbaut! |
| und schon sind sie da, die Orchideen, hier in Gestalt der faszinierenden Hummel-Ragwurz (Ophrys fuciflora) |
| und hier massenhaft und eher unspektakulär: der Ohnsporn (Aceras anthropophorum) |
| spektakulär finde ich dagegen die Vollblüte... |
| der Akelei (Aquilegia vulgaris). |
| alles andere als spektakulär hingegen diese Orchideenart, wenn sie noch nicht blüht |
| der Dingel (Limodorum abortivum). |
| links das filigrane Blatt einer Hirschwurz (Peucedanum cervaria) und oben? Na ja, warten wir ab..... |
| ein Steinbruch aus römischen Zeiten macht einen nachdenklich |
| und immer wieder diese Juwelen, die hier zu Hunderten gerade blühen |
| Gemeine Kugelblume (Globularia bisnagarica) |
| unter einem Gebüsch die Blätter der verblühten Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus) |
| und das ist der Lebensraum, der dem Blumenwanderer gefällt: luege, lose, stuune! |
| diese Hummel-Ragwurz wies doch tatsächlich zehn Einzelblüten auf! |
| aber auch so sind sie schön. |
| hier an wärmerer Stelle findet sich die Lösung des Rätsels von oben: es ist der bildschöne Flügel-Ginster (Genista sagittalis)! |
| weiter geht's immer mal wieder mit Blick auf den See, der zwischen dem Gebüsch glitzert und vorbei an den Zeugen von Bahn 2000 |
| Labkraut-Würger (Orobanche caryophyllacea) |
| Genfer-Günsel (Ajuga genevensis) |
| auch dieses Zeugnis von welschem Laissez-faire kann man im Grünen hier bestaunen |
| und das Mittagessen nehme ich am Seeufer ein |
| beeindruckend, dass der Strand hier stellenweise nur aus Muschelüberresten besteht, auch wenn es Neobionten sind wie hier die Körbchenmuschel (Corbicula fluminea) |
| im etwas schattigeren Bereich beeindruckt links die Hügel-Erdbeere (Fragaria viridis) und oben der Gamander-Ehrenpreis (Veronica chamaedrys) |
| auch eine Orchideenart findet sich hier, und zwar links das Schwertblättrige Waldvögeli (Cephalanthera longifolia). Oben der Sanikel (Sanicula europaea) mit seinen kopfigen Döldchen. |
| links die Mandel-Wolfsmilch (Euphorbia amygdaloides) und oben das hier allgegenwärtige Immenblatt (Melittis melissophyllum) |
| auch die Strassenarchitektur hier beeindruckt mich |
| hier findet sich auch der seltene Wendich (Calepina irregularis), wenn auch schon abgeblüht |
| dafür umso beeindruckender die Weg-Rauke (Sisymbrium officinale) |
| der wärmeliebende Schneeball-Ahorn (Acer opalus) |
| zuerst glaubte ich an eine Schlange, doch ist es eine grosse Blindschleiche, die mir da über den Weg kroch! |
| unterwegs traf ich auch auf mehrere Exemplare dieses seltenen Archäophyten: Echte Mispel (Mespilus germanica) |
| das Rosengewächs trägt essbare Früchte und wurde bereits früh kultiviert. Daher kann sein natürliches Verbreitungsgebiet nicht mit Sicherheit angegeben werden. |
| und bei einem Abstecher auf der Heimfahrt sah ich erstmals blühend zuletzt noch dies: |
| die unscheinbare, aber schöne Viersamige Wicke (Vicia tetrasperma) |
| es bleiben schöne Erinnerungen an einen zauberhafte Frühlingstag |