Donnerstag, 19. Februar 2015

Jeizibärg (2014)

Botanisch vielseitige, aber anstrengende Wanderung von Gampel nach Jeizinen am 8. Mai 2014 im frühlingshaften Wallis. Wenn man nicht die Seilbahn nach Jeizinen nimmt, sondern per Pedes hochsteigt, wird es schweisstreibend, aber umso lohnender, was die Pflanzenwelt anbelangt.
Besonders zufrieden war der Blumenwanderer, als er nach längerem Suchen einen individuenreichen Standort des seltenen Diptam fand und in seinen betörenden Duft gehüllt schöne Aufnahmen davon machen konnte.



Schmetterlingshaft

Aurorafalter auf Seifenkraut (Saponaria ocymoides)


Der Dingel (Limodorum abortivum) blüht noch nicht
jetzt beginnt der Aufstieg



















die letzten blühenden Berganemonen
 (Pulsatilla montana)





allgegenwärtig ist das Holunder-Knabenkraut
(Dactylorhiza sambucina),
das in zwei Farbvarianten vorkommt.











Rote Felsen-Primel (Primula hirsuta)

Schwefel-Anemone (Pulsatilla alpina ssp. apiifolia)

der Diptam (Dictamnus albus) hoch über Gampel






























Hohgant # 2 (2014)

Um den Hohgant via Südgrat zu besteigen, fährt man von Habkern aus bis zum Parkplatz Schwarzbach, wo es in einer Sumpfwiese ein schönes Vorkommen des Moorenzians hat. Beim Aufstieg kam der Blumenwanderer an einem herrlichen bienenumschwärmten Standort des Allermannsharnisch vorbei und zwischen den Edelweiss am Gipfel fand er diesmal die unscheinbare Zwergorchis. Sie wächst ausschliesslich auf Kalkuntergrund in windgefegten, flachgründigen Hochgebirgsrasen und ist ein richtiger Ueberlebenskünstler, denn hier gibt es nur sehr wenig Nährstoffe, die Sonneneinstrahlung ist im Sommer extrem und im Winter fehlt an solch windexponierten Stellen oft die isolierende Schneedecke. Es gibt in der Schweiz keinen anderen Orchideenbiotop mit derart extremen Standortbedingungen. 
Insgesamt konnte der Blumenwanderer noch 13 weitere Orchideenarten auf dieser Wanderung beobachten.

Tourdatum: 18. Juli 2014



Fuchs' Geflecktes Knabenkraut (Dactylorhiza fuchsii)


Moorenzian (Swertia perennis)






Bärtige Glockenblume (Campanula barbata)

Ein Blick aufs Ziel













Brandorchis (Orchis ustulata)

die unscheinbare Hohlzunge (Coeloglossum viride)



der Allermannsharnisch (Allium victorialis)


Die Zwiebel des Allermannsharnisch (auch Siegwurz, wilder
Alraun) wurde als Schutz gegen Wunden, Unglücksfälle,


Zauberei für Menschen und Tiere benutzt und von 
Marktschreiern oft in menschenähnliche Gestalt gebracht,
bekleidet und zu hohen Preisen verkauft.


aber lassen wir den Aberglauben hinter uns .....

und geniessen einfach die Schönheit dieses Bestandes!


Moschussteinbrech (Saxifraga moschata)

Berg-Spitzkiel (Oxytropis jacquinii)

jetzt ist es nicht mehr weit bis zum Gipfel
einköpfiges Ferkelkraut (Hypochaeris uniflora)





















Gipfelpanoroma


Zwergorchis (Chamorchis alpina)
Weisse Trichterlilie (Paradisea liliastrum)




Leberbalsam (Erinus alpinus)

Männertreu (Nigritella nigra)





Samstag, 14. Februar 2015

Hohgant # 1 (2014)

Unglaublich schöne, aber anstrengende Wanderung im Berner Oberland von Chemmeriboden Bad aus auf den Furggengütsch (Hauptgipfel des Hohgant). Das Hohgant-Gebiet weist (wie auch das Gasterntal) Kalzit-und Silikatgestein am gleichen Ort auf, und so entsteht durch die Kombination von kalk-und säuretoleranter Flora eine grosse botanische Artenvielfalt (nach Hegg).

Schon beim langen Aufstieg über den Schärpfenberg stösst man auf viele Orchideenarten, darunter die eher seltenen Miniaturorchideen Korallenwurz und Kleines Zweiblatt, zwei typische Vertreter der sauren voralpinen Fichtenwälder, von den botanischen Kostbarkeiten weiter oben ganz zu schweigen.

Tourdatum:  3. Juli 2014



Korallenwurz (Corallorhiza trifida)
Hohlzunge (Coeloglossum viride)
Kleines Zweiblatt (Listera cordata)






Rippenfarn (Blechnum spicant)



erstmals kommt der Hauptgipfel in Sicht


ein Blick zurück auf die Schneeberge des Berner Oberlandes


die Hohgant-Hütte auf halbem Weg


Alpen-Kratzdistel (Cirsium spinosissimum)


In der sogenannten Karhole unterhalb des Gipfelbereichs begegnete ich
 zu meiner Ueberraschung einer Kolonie von Steinböcken 






kommt man auf die Krete, weitet sich plötzlich
der Blick aufs Mittelland!


das schöne Narzissen-Windröschen
(Anemone narcissiflora)


im Gipfelbereich recht häufig ist diese Orchideenart: 
die Weisszunge (Pseudorchis albida)


schön auch die zahlreichen Edelweisse
(Leontopodium alpinum)







Alpen-Aster (Aster alpinus)

auf dem Gipfel des Furggegütsch angelangt erblickt man mehrere "Steinmannli"






auch auf dem Gipfel wachsen Blumen,
hier die polsterbildende Zwerg-Miere (Minuartia sedoides)



der Bewimperte Mannsschild (Androsace chamaejasme).....
wird kaum grösser als ein Finger.


das sog. "Kalte Brünneli" spendet dem Blumenwanderer
beim Abstieg eine Erfrischung




dank einer langen Pfahlwurzel verankert sich
das Rundblättrige Täschelkraut (Thlaspi rotundifolium)
im Kalkschotter unterhalb des Gipfels)
unterhalb des Gipfels blüht auch diese Bellezza:
Grossköpfige Gämswurz (Doronicum grandiflorum)


Strauss-Glockenblume (Campanula thyrsoides)

Akeleiblättriges Wiesenraute
(Thalictrum aquilegiifolium)



Alpen-Leinkraut (Linaria alpina)

Alpen-Vergissmeinnicht (Myosotis alpestris)


beim Abstieg werden die Schatten lang und länger