Wieder einmal verliess der Blumenwanderer die Komfortzone und ging in die Berge, um ein bisschen den Helden zu spielen. Aber auch als schwerfälliger und langsamer Berner fühlt er sich dort ein klein bisschen leichter, frei von der Routine des Alltags, wie in einer anderen Dimension. Andererseits ist das Gebirge auch der Schauplatz für den Kampf mit den eigenen Ängsten: hier muss man sich ihnen stellen.
Die wahren Helden im Gebirge sind aber die Tiere und Pflanzen, die dort leben, nicht nur bei Schönwetter und nicht nur im idyllischen Bergsommer. Sie sehen so harmlos aus, die Alpenblümchen, und sind doch Spezialisten mit raffinierten Ueberlebensstrategien! Und diese brauchten sie auch, um dort auf dem Brienzergrat während Jahrtausenden zu überleben.
Ziel war diesmal ein altbekanntes Vorkommen des Westlichen Alpen-Mohns. Mit seinen grossen, leuchtend weissen Blüten ist Papaver occidentale fast so etwas wie ein Emblem der Westlichen Voralpen. Mit seiner Vorliebe für Kälte und steile Schutthalden ist dieses Glazialrelikt aber auch ein Spezialist der Extreme, und man kommt aus dem Staunen nicht heraus, wie die so zart wirkende Schönheit in solch unwirtlicher Umgebung, immer bedroht vom Rollschutt, dort überhaupt gedeihen kann.
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| immer wieder unfassbar, dieses Panorama! |
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auch sie sowas wie emblematische Arten: Grossköpfige Gämswurz (Doronicum grandiflorum) |
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| Alpen-Hahnenfuss (Ranunculus alpestris) |
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| Blick auf die andere Seite des Grates mit der Schrattenfluh |
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| auch ein Emblem? |
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ganz sicher keine sind diese beiden Unscheinbaren: oben Mannsschild-Steinbrech (Saxifraga androsacea) und rechts Thals Klee (Trifolium thalii) |
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| der Weg ist gesäumt von blühenden Kugelorchis (Traunsteinera globosa) |
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auch ist schon einiges abgeblüht, so das Immergrüne Felsenblümchen (Draba aizoides) und ... |
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| der Südliche Tragant (Astragalus australis). |
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| nicht so aber das Männertreu (Nigritella rhellicani) |
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hier verzichtete ich allerdings darauf, auf den Grat ins Edelweiss-Schutzgebiet zu steigen. |
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| Berg-Spitzkiel (Oxytropis jacquinii) |
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| Alpen-Tragant (Astragalus alpinus) |
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| weiter geht's auf dem Gratweg |
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Alpen-Goldrute (Solidago virgaurea ssp. minuta) |
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Orangerotes Habichtskraut (Hieracium aurantiacum) |
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| Alpen-Berufkraut (Erigeron alpinus aggr.) |
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| Schweizer Labkraut (Galium megalospermum) |
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und hier zwei ganz Kleine: links die Hohlzunge (Coeloglossum viride) und oben das Hahnenfuss-Hasenohr (Bupleurum ranunculoides) |
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| der Wolfstöter (Aconitum lycoctonum) |
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ein Läusekraut in zwei Farbvarianten (Pedicularis verticillatum) Foto von Paul Hürlimann |
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und gleich noch ein gelbes: das Bunte Läusekraut (Pedicularis oederi), dessen Kronblätter an der Spitze auffällig rotbraun überlaufen sind |
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| Hallers Margerite (Leucanthemum halleri) |
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| Gämskresse (Pritzelago alpina) |
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| Schwarze Schafgarbe (Achillea atrata) |
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| und ein Blick hinüber zur Schrattenfluh |
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inmitten all der Margeriten fast übersehen: der Westliche Alpen-Mohn (Papaver occidentale) |
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| die zierliche Art ist kleiner als erwartet |
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die Art fruchtet, blüht und knospet zugleich (Foto: Paul Hürlimann) |
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| diese Schutthalden sind das Habitat des Alpen-Mohns |
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| auch das Alpen-Leinkraut (Linaria alpina) fühlt sich hier wohl |
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unten in einem Mösli angetroffen: erste blühende Moorenziane (Swertia perennis) |
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eigentlich auch ganz schön, wenn er nur nicht so giftig wäre: das Alpen-Greiskraut (Senecio alpinus). Seine hochgiftigen Alkaloide bleiben auch beim Trocknen erhalten. Das bedeutet, dass die Giftstoffe im Heu oder in der Silage wirksam bleiben. Auf der Weide wird die frische Pflanze von Tieren oft wegen ihres bitteren Geschmacks gemieden, im Heu können die Tiere sie jedoch nicht mehr aussortieren. |
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den Schlusspunkt soll nun aber doch der anmutige Bergler oben machen! (Foto: Paul Hürlimann) |
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