war der Blumenwanderer schon vor einem Jahr (siehe den Beitrag vom 13. Juli 2025). Jetzt hat er nochmals einige Perlen gefunden, jedoch nicht als Flussperlenfischer in Russland, wie man sich leicht denken kann, sondern als „Passioné de Botanique“ im schweizerischen Sibirien, also im Tal von La Brévine. Erst auf den zweiten Blick erschliessen sie sich dem geneigten Betrachter, und so zeigt sich einmal mehr, dass es vor der grossen Kulisse auch kleine Naturschätze zu finden gibt.
Für den verehrten John Muir lag das höchste Gut der Natur in ihrer Schönheit, die sie uns schenkt; sie war ihm spirituelle Heimat mit einem Eigenwert, den es um ihrer selbst willen zu bewahren gilt. Muir war überzeugt, dass die Natur tiefe innere Ruhe schenkt, Sorgen vertreibt und den Geist reinigt. Zu seinen berühmtesten Einsichten zählt: „Auf jedem Spaziergang in der Natur erhält man weit mehr, als man sucht“. Und ebenso erging es auch diesmal dem Blumenwanderer auf einem unvergesslichen Pfingstausflug in den unvergleichlichen Jura.
| typische Juralandschaft mit ihren Hügelzügen und Synklinalen |
| direkt am Weg an geschützter Stelle finde ich den Österreicher Ehrenpreis (Veronica austriaca) |
| dass die vom Aussterben bedrohte Art schon im Mai aufblüht, ist doch eher aussergewöhnlich |
| dieses osteuropäische Florenelement ist in Mitteleuropa nur sehr zerstreut und disjunkt verbreitet |
| nebenan gab's was zu futtern: Kümmel (Carum carvi) |
| hier auch zahlreich die Warzen-Wolfsmilch (Euphorbia verrucosa) |
| langgezogene Kuppe, welche von Fettwiesen umgeben wird |
| auf dem steinigen, mageren Boden hier, wo die Kühe kaum weiden mögen, wächst eine gelbblühende Art, die einen gewissen Duft verströmt |
| es ist der lange gesuchte Niederliegende Geissklee (Cytisus decumbens) |
| daneben auch eine alte Bekannte: |
| Männliches Knabenkraut (Orchis mascula) |
| aber dass hier der Geissklee so massenhaft auftritt, erstaunt mich schon. Im Gegensatz zum ähnlichen Behaarten Ginster ist er abstehend behaart. |
| das Feld-Stiefmütterchen (Viola tricolor) für einmal einfarbig |
| aber schnell wandert der Blick wieder zurück zum niederliegenden Hülsenfrüchtler |
| hier findet man auch einen weiteren Seltling, aber erst in den allerersten Knospen: Schwertblättrige Platterbse (Lathyrus bauhinii) |
| ein Abstecher an die französische Grenze macht mir die reiche Geschichte des Gebietes bewusst |
| dies hier ist kein Geissklee, wohl aber der ebenso schöne Hufeisenklee (Hippocrepis comosa)! |
| aber was leuchtet dazwischen Blaues? |
| nach eingehender Beschäftigung komme ich zum Schluss, dass es die lange gesuchte Kalk-Kreuzblume (Polygala calcarea) sein muss! |
| daneben auch diese Augenweide: Schlangen-Knöterich (Polygonum bistorta) |
| ein toller Schlusspunkt war die Auffindung der Kalk-Kreuzblume mit ihren zahlreiche Tuffs |
| die Art mit ihrem lebhaften Blau gilt in der Schweiz als stark gefährdet |
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