ist das Wallis, das sei klargestellt! Das merkt der Blumenwanderer immer wieder, und so zieht es ihn halt immer aufs Neue in dieses Wallis, das verdeutscht ganz einfach "das Tal" bedeutet. Doch weshalb ist das eigentlich so? Begleitet vom Gesang der Nachtigallen und vom Zirpen der Singzikaden hörte er im Sommer leise säuselnd die Antwort des Tales. Doch kann sie hier nicht verraten werden.
Auf einer sachlicheren Ebene ist dazu zu sagen, dass die Walliser Alpenflora die reichste in den Schweizer Alpen ist, und viele Gegenden des Wallis (und hier sind nicht nur Zermatt und Saas gemeint!) werden für den Floristen immer dankbare Ziele bleiben. Wie schon vor zwei Jahrhunderten die Mitarbeiter des grossen Haller, als sie die Vispertäler erforschten, von der botanischen Reichhaltigkeit beeindruckt waren, so wird der Botaniker des 21. Jahrhunderts, wenn er heute bequemer und schneller die klassischen Stellen dieses Kantons aufsucht, mit Begeisterung der Fülle seltener und hervorragender Pflanzenarten gegenüberstehen.
Zum Saisonabschluss präsentiert der Blumenwanderer einen bunten Blumenstrauss von neuen Aufnahmen, die im Verlaufe dieses Jahres entstanden sind. Hoffentlich widerspiegeln die Bildli mit mehr oder weniger speziellen Walliser Arten ein klein wenig seine Begeisterung für diesen Kanton!
wo hat der Blumenwanderer denn seinen Rucksack abgestellt? |
es ist immer erhebend, vor solch einem voll aufgeblühten Dingel-Stängel zu stehen (Limodorum abortivum) |
Schwarze Platterbse (Lathyrus niger) |
Ährige Glockenblume (Campanula spicata) |
immer wieder schön ist die voll aufgeblühte Vogel-Wicke (Vicia cracca ssp. tenuifolia) |
Glattes Brillenschötchen (Biscutella laevigata) |
die grosse Ausnahme unter den Nelkengewächsen, da alle seine Blätter wechselständig sind ... |
ist der Zierspark (Telephium imperati). |
die Dame mit der wilden Frisur heisst Felsen-Gänsekresse (Arabis nova)... |
und ist heute ausserhalb des Wallis kaum mehr anzutreffen. |
diese typische Walliserin habe ich so nicht auf Anhieb erkannt: es ist die Walliser Flockenblume (Centaurea valesiaca) |
später identifizierte ich sie an ihren feinen Blütenständen |
das Aufrechte Glaskraut (Parietaria officinalis) gehört zu unseren ganz wenigen Nesselgewächsen |
"dieses einjährige, kleine Kraut von der Tracht der Medicago minima, mit schwachem Trigonellen-Duft", (Originalzitat Gustav Hegi!) ist der Französische Bockshornklee (Trigonella monspeliaca) |
so ohne Blüten erkannte ich den im Wallis verbreiteten Ruten-Knorpelsalat (Chondrilla juncea) nicht auf Anhieb. Immerhin sehe ich nun mal die zur Blütezeit verdorrten Grundblätter! |
gar nicht so auffällig ist der Ohnsporn (Aceras anthropophorum) |
die Schönheit dieser Orchideen-Art liegt im Detail |
so muss man das Wallis mit seinen durchschnittlich 300 Sonnentagen pro Jahr auch einmal gesehen haben! |
auch diese hier hätte ich so fast nicht erkannt, da ich sie bisher nur blühend sah |
es ist die Berg-Sandrapunzel (Jasione montana), ein Glockenblumengewächs des Oberwallis |
nach diesem unscheinbaren Kerlchen hatte ich lange gesucht: Platterbsen-Wicke (Vicia lathyroides)! |
der Schmetterlingshaft (Libelloides coccajus) ist im Wallis noch recht häufig anzutreffen |
vielen Dank an Paul Hürlimann für diese Aufnahme der kleinen und doch so grossen Platterbsen-Wicke! |
Natterkopf (Echium vulgare) mit... |
Hummelschwärmer (Hemaris fuciformis)! Er gehört zu den Schmetterlingen und zudem zu den vier ausschließlich tagaktiven Schwärmerarten, die in Europa vorkommen. |
die Oesterreicher Rauke (Sisymbrium austriacum) ist trotz ihres Namens eine typische Walliserin! |
was gibt es Schöneres als ein solches Vorkommen des Diptams (Dictamnus albus) zu finden!? |
eine alte Walliser Nutzpflanze ist die Erdkastanie (Bunium bulbocastanum). Ihre Knolle kann sowohl roh als auch gekocht als Gemüse verspeist werden. |
ein ganz besonderes Walliser Juwel ist die Smaragdeichse (Lacerta bilineata). Bei diesen beiden Tieren überwog für ein kurzes Weilchen die Neugier vor dem Fluchtinstinkt. |
das Filzige Habichtskraut (Hieracium tomentosum) kenne ich nur vom Wallis her |
die Gelbe Hauhechel (Ononis natrix) wächst als Halbstrauch und erreicht Wuchshöhen bis zu 70 Zentimetern |
die Walliser Lotwurz (Onosma pseudoarenaria)... |
aus der Familie der Raublattgewächse wächst an den heissesten Stellen. |
Feld-Seide (Cuscuta campestris) |
die schöne Esparsetten-Wicke (Vicia onobrychioides) kommt in der Schweiz nur im Wallis vor |
weit schweift der Blick auf die Talebene von einem der Hügel bei Sitten |
und immer wieder grüsst der Dingel (Limodorum abortivum) |
bei dieser Orchideenart ohne grüne Laubblätter handelt es sich um einen sog. Mykoparasiten |
Schwarznessel (Ballota nigra) |
die Hohe Rauke (Sisymbrium altissimum) ist ursprünglich osteuropäisch verbreitet |
der Blasenstrauch (Colutea arborescens) blüht und fruchtet zugleich |
die Sand-Esparsette (Onobrychis arenaria) ist ein osteuropäisch-asiatisches Florenelement und stammt aus den Steppenregionen Eurasiens. Sie kommt in der Schweiz zerstreut vor, am ehesten noch im Wallis. |
Hoher Honigklee (Melilotus altissimus) am Rande einer Kiesgrube |
Esparsetten-Tragant (Astragalus onobrychis) |
im Unterwallis liegt ihr einziger Fundort in der Schweiz: die Erbsen-Wicke (Vicia pisiformis) |
so oder so ist diese ganz gewöhnliche Art wunderschön, auch wenn sie noch nicht blüht |
es ist der Stachel-Lattich (Lactuca serriola) |
eine 134 Meter lange Seilbrücke, genauer: Bhutanesischer Hänge-Laufsteg – überspannt den Illgraben im Bereich seines Eintritts in das Tal der Rhone im Pfynwald |
aufgrund der starken Erosion gibt es im Illgraben keinerlei dauerhafte Vegetation |
vor dieser Höhle spielte der Blumenwanderer in seiner Kindheit |
was da nicht alles herabgeschwemmt wird: Alpen-Aster (Aster alpinus) |
nicht zu glauben, dass es solche Landschaften in der Schweiz gibt! Blick nach hinten ins grausliche Fanöischi. |
doch hiergeblieben, damit man dich besser betrachten kann! |
die Frucht-Flügel dieses Fuchsschwanzgewächses verfärben sich manchmal purpurrot, was auf dieser Aufnahme gut zu sehen ist. |
es gibt wohl kaum etwas anderes in der Walliser Flora, das ebenso sparrig verzweigt wie auch stachlig wehrhaft wäre wie diese Art! |
Guten Abend geschätzter Blumenwanderer
AntwortenLöschenDeine Pflanzenaufnahmen mit den aufschlussreichen Kommentaren gefallen mir ausserordentlich. Wie wäre es gelegentlich mit einem blumigen Vortrag bei NUBIS? Du warst ja schon mal Vereinsmitglied. Ich öffne dir gerne die Türe dazu.
Beste Grüsse und Wünsche
Georg Ledergerber, Präsident, nubis@gmx.ch
Lieber Georg, vielen Dank für deine lobenden Worte, die ich nur zurückgeben kann in Bezug auf deine wertvolle Arbeit bei NUBIS!
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