Was jetzt grad nach einem Definitionsversuch für die Monarchie tönt, ist nicht so gemeint. Aber immer und überall gibt es scheints Individuen, die reicher, schöner, grösser, besser, geschickter, also einfach auffälliger sind als andere. So auch im Pflanzenreich.
Durchstreift man gegenwärtig die Walliser Steppenvegetation, hat man den Eindruck, dass immer noch Winter ist. Nur die auffälligen Radblüten des Frühlings-Adonis stechen sofort ins Auge: welch eine Pracht die Natur da so früh im Jahr entfaltet!
Wenn man sich dann etwas genauer umsieht, was da einem direkt vor den Füssen wächst, klein bis winzig, unauffällig wuselnd, bescheiden sich duckend, sieht man im wahren Wortsinn das Fussvolk: kleinwüchsige Arten, meist einjährig, die auch schon blühen oder sich doch bemühen, so zu tun und ihre ganz eigene Schönheit aufweisen. Etwelche Parallelen zur Menschenwelt sind nicht beabsichtigt. Hier kommt der Grosse für einmal erst ganz am Schluss.
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bald nach der Ankunft werde ich im Siedlungsbereich von diesem zuckersüssen Ehrenpreis empfangen: Glänzender Ehrenpreis (Veronica polita) |
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| wie mich all diese blauen Äuglein erfreuten! |
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und direkt am Strassenrand grad noch ein weiterer Ehrenpreis mit tieflblauen Blüten |
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| es ist der seltene Dreiblatt-Ehrenpreis (Veronica triphyllos) |
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und hier eine ebenso grosse Rarität: der Frühe Ehrenpreis (Veronica praecox)! Besten Dank für diese Foto an Marc Henzi! |
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und hier der klassische Winzling! Das Lenzblümchen (Erophila verna) wird nur wenige Zentimeter gross, bemüht sich aber sehr, doch irgendwie aufzufallen. |
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| nein, nicht schon wieder das Lenzblüemli, sondern.. |
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das Stängelumfassende Täschelkraut (Thlaspi perfoliatum). |
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was für ein schöner Vorgarten! Aber leider finde ich hier keine Winzlinge und gehe bald vorüber. |
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auf wüsten Plätzen aber schon eher, wie links die bekannte Schotenkresse (Arabidopsis thaliana) oder oben die Bewimperte Gänsekresse (Arabis ciliata) |
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die Spurre (Holosteum umbellatum) mit ihren nach dem Blühen zurückgeschlagenen Blütenstielen |
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ganz schön aufrecht hingegen präsentiert sich das Vielstängelige Schaumkraut (Cardamine hirsuta) |
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die Berg-Anemonen sind schon verblüht, aber das da im Vordergrund ist doch.... |
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| das Schildschötchen (Clypeola jonthlaspi)! |
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| Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) |
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| Piemonteser Kreuzlabkraut (Cruciata pedemontana) |
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und dieses famose Dreigestirn hier besteht (von links nach rechts) aus: Acker-Mannsschild (Androsace maxima), Acker-Steinsame (Buglossoides arvensis), Kelch-Steinkraut (Alyssum alyssoides). |
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der Acker-Mannsschild ist in der Schweiz stark gefährdet und kommt nur noch an wenigen Stellen im Wallis vor |
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hoffentlich muss hier jetzt nicht mehr allzu oft Schweizer-Salz bezogen werden! |
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| Kelch-Steinkraut (Alyssum alyssoides) |
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| Steinkresse (Hornungia petraea) |
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| Dreifinger-Steinbrech (Saxifraga tridactylites) |
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der Name ist Programm: Niedrige Segge (Carex humilis) |
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| ich wusste gar nicht, dass die Staubbeutel der Vogelmiere (Stellaria media) vor dem Öffnen eine rote Farbe aufweisen! |
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der Frühlings-Adonis im Mittelwallis ist schon ziemlich einzigartig in den Alpen. Seine Einwanderung nach Mitteleuropa soll erst am Ende der letzten Eiszeit erfolgt sein. |
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| hier blüht doch noch eine letzte Berg-Anemone (Pulsatilla montana) |
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der Frühlings-Adonis wächst auf trockenen und sonnigen Felshängen, wo er ein Klima ... |
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vorfindet, das seiner osteuropäischen Heimat (Steppenregion) sehr ähnlich ist.
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| wie schön leuchten die Blüten des Adonis in der Abendsonne! |
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| die Orchideen blühen noch nicht |
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| die violetten Knospen des Adonis sah ich so zum ersten Mal |
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| sobald sich die Blüten öffnen, schwindet die violette Farbe |
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Besten Dank an Marc Henzi für diese vier faszinierenden Nahaufnahmen!
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die Blüten öffnen sich bei Sonnenschein und wenden sich der Sonne zu |
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die Blüten wirken so wie Parabolspiegel, sodass es in ihrem Innern nachgewiesenermassen wärmer ist, was Insekten nutzen können, um sich aufzuwärmen |
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| kurz vor Sonnenuntergang erstrahlen diese Aprikosenblüten! |
Jedes Mau wieder toll z gseh u z läse, dass du ou es Oug fürs Chlyne hesch wo oftmaus em Grosse i nüt nachesteit. I ha mi, inspiriert dür dini Blogs, dä Früehlig im Wallis o vermehrt gen Bode bückt u ha e Narr ade diverse Veronica, Hornungia & co. gfrässe😍😜
AntwortenLöschenOh, das freut mich aber für dich, wer auch immer du bist!
AntwortenLöschenE Pflanzeliebhaber us Thun, immer uf dr Pirsch Nah und Färn😇
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