Samstag, 28. Februar 2026

Sous le soleil des Follatères

Eigentlich ist es noch Winter, auch im Wallis. Die Reben schlafen, die Hänge und Steppenwiesen sehen kahl und braun aus. Aber da und dort sieht man schon im Februar grüne Flecken und bunte Tupfer. Denn die Abwesenheit des Nebels, die Klarheit des Himmels und die geschützte Südlage führen dazu, dass an bestimmten Stellen im Wallis, wie z.B. in den Follatères, einige Frühblüher zu sehen sind, während im Rest der Schweiz alles noch in Kälte und Nebel erstarrt: Der Reiherschnabel, das Fingerkraut, die Gelbsterne, die Lichtblumen und sogar die Mandelblüten und noch einiges mehr, was dieser Beitrag zeigt.

Die Follatères brauchen keinen Kommentar, denn Reichtum und Diversität von Flora und Fauna sind zu jeder Jahreszeit offensichtlich. Sobald man bei Branson den geometrischen Linien der Rhoneebene den Rücken kehrt, befindet man sich in einer anderen Welt voller kurvenreicher Pfade, alter Weiler, Rebberge mit eingestreuten Flaumeichen und Felsvorsprüngen, kurz einem Naturparadies von nationaler Bedeutung.


der spezielle Wanderer hier in Branson gibt mir die Richtung vor


erfreut stelle ich beim Aufstieg fest, dass heuer
mal gemäht wurde, was für die Artenvielfalt...
der Trockenwiesen von entscheidender Bedeutung ist.
 Ein Helikopter hat Zaunpfähle abgeladen.


einen Beitrag über die Follatères nicht mit den Lichtblumen zu beginnen,
gleicht schon fast einem Sakrileg...


aber für einmal gebührt den Mandelblüten
der Vorzug (Prunus dulcis)!


bald schon umfängt mich die südliche Landschaft oberhalb von Martigny


und hier sind sie also, die Lokalmatadoren,
die Lichtblumen (Bulbocodium vernum)!

aber die Kleinen dazwischen sollen
 nicht vergessen gehen:
das Lenzblümchen (Erophila verna)
bildet stellenweise ganze Teppiche.
die Spurre (Holosteum umbellatum)
das Vielstängelige Schaumkraut (Cardamine hirsuta)





der Festknollige Lerchensporn (Corydalis solida)
wird schon von Insekten aufgesucht





eine weitere Besonderheit des Gebiets ist auch schon
am Blühen: Felsen-Gelbsterne (Gagea saxatilis)!





ebenso wie eine zweite Gelbstern-Art:
Acker-Gelbsterne (Gagea villosa)



erste Blüten des Reiherschnabels
(Erodium cicutarium)  öffnen sich


auch die Schopfige Traubenhyazinthe (Muscari comosum)
ist am Erwachen





weiter geht es über Stock und Stein


bis zum Nacktfarn (Anogramma leptophylla), 
der anfällig ist gegen Fröste und daher...
nur unter wenigen geschützten Felsbalmen wächst.


Glatter Löwenzahn (Taraxacum laevigatum aggr.)
auch das Grauflaumige Fingerkraut (Potentilla pusilla)
wird schon von Insekten angeflogen


Echter Erdrauch (Fumaria officinalis)


Kornelkirsche (Cornus mas)





nur dank genauen Standortkenntnisse gefunden:
die frischen Rosettchen des einjährigen
Weidenblättrigen Sonnenröschens (Helianthemum salicifolium)


wie geniesse ich doch immer den Ausblick bis ins Oberwallis! 

Sefistrauch (Juniperus sabina)
Gift-Lattich (Lactuca virosa cf.)


Kleines Immergrün (Vinca minor)


zwischen den Kastanien blühen tatsächlich auch schon
die ersten Osterglocken!



Adieu Follatères, je serai bientôt de retour!









1 Kommentar:

  1. Wie immer wieder: wunderschöne Bilder und lehrreiche Kommentare. Ein gewaltiges Dankeschön an den Blumenwanderer, der uns immer wieder die schönen Seiten der Natur präsentiert 👍🏻🍀

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