Mittwoch, 5. August 2015

der Moorenzian

Mystische Moore mit urwüchsige Fichten und Föhren prägen die Landschaft um die Lombachalp südlich des Hohgant. Zusammen mit Sörenberg gehört sie zu einer der grössten und eindrücklichsten Moorlandschaften der Schweiz.
Besonders typisch und weit verbreitet sind hier die Flachmoore. Sie enthalten viel Kalk, sodass deutliche Kalkanzeiger wie Davalls Segge (Carex davalliana) und der Moorenzian (Swertia perennis) vorkommen. Letzterer blüht jetzt im August, wenn viele andere Blumen schon verblüht sind. Wie sein Gattungsname Swertia besagt, gehört er nicht zu den Enzianen im engeren Sinne, aber wie auch das Tausendgüldenkraut zur Familie der Enziangewächse (Gentianaceae). Er wird manchmal auch Tarant oder Blauer Sumpfstern gennannt und ist im Allgemeinen ziemlich selten, kommt aber auf der Lombachalp in grosser Zahl vor, wovon sich der Blumenwanderer heute überzeugen konnte.
Was er sonst noch auf einer einzigen Moorwiese beobachtete, zeigt dieser Beitrag.


Gegen Süden sieht man Eiger, Mönch und Jungfrau.......

während gegen Norden der Blick auf den von der Morgensonne
beschienenen Hohgant trifft



der Moorenzian (Swertia perennis)......


hat hellviolette Blütenblätter, die mit
dunklen Adern und Punkten durchsetzt sind








hier macht sich eine Spinne am
Moorenzian zu schaffen


Knospen des Teufelsabbisses
(Succisa pratensis)......
dessen aufgeblühte Köpfchen 
von Insekten umschwärmt werden.
Sie umfassen je etwa 50-80 Einzelblüten.



er gehört wie die ähnliche Wittwenblume zu den Geissblattgewächsen
und nicht zu den Korbblütlern. Das lat. Wort "succisus" heisst "unten abgeschnitten"
und bezieht sich auf die Gestalt des Wurzelstocks dieser Pflanze. Weshalb das
im Deutschen der Teufel auf dem Gewissen haben soll, ist mir nicht ganz klar.



weil er so faszinierend ist, ......
gleich nochmals eine Serie von Moorenzian-Aufnahmen




manchmal hatte er fünf, dann wieder wie hier vier Blütenblätter





der Moorenzian besticht auch.....
durch seine Knospen.


das Sumpf-Herzblatt (Parnassia palustris)
besitzt neben den fünf Staubblättern fünf
grünliche Nektarblätter mit drüsigen Stielchen

kein Teufelsabbiss, sondern die Wittwenblume




der Schwalbenwurz-Enzian (Gentiana asclepiadea) 
hat Knospen im Schatten......


blüht aber schon in der Sonne.





die lustigen Samentöpchen des
Sumpf-Läusekrauts (Pedicularis palustris)

die letzte noch halbwegs blühende Orchidee:
das Grosse Zweiblatt (Listera ovata)




die Silberdistel blüht noch nicht, ist aber auch so wunderschön
die Besenheide (Calluna vulgaris)
ist gerade am Aufblühen



der Grosse Wiesenknopf (Sanguisorba officinalis)
ist ein blutrot blühendes Rosengewächs. Nach der
heute überholten Signaturenlehre wurde er deshalb
als blutstillendes Mittel verwendet (auf Deutsch
bedeutet sanguisorba etwa soviel wie "blutaufsaugend")






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