Mittwoch, 10. Oktober 2018

Blueschtfährtli # 2

Wieder eine Remineszenz an eine Rundfahrt durch den Kanton Bern (Ende Mai), bei der der Blumenwanderer ganz unterschiedliche Lebensräume kennenlernte, von der Schutthalde bis zur Feuchtwiese, vom Strassenrand bis zum Niemandsland. Er schätzt es, die Stimmungen an solchen Orten zu erleben und die besonderen Pflanzenarten dort zu beobachten.


direkt am Strassenrand vom Auto aus gesehen:
der Venus-Frauenspiegel (Legousia speculum-veneris)

so schön wie hier habe ich dieses Glockenblumengewächs 
noch nie gesehen



 diese Art wächst zum Teil unbeständig
.in Getreidefeldern oder in Weinbergen....

und gehört somit zu den mit dem Ackerbau
eingeschleppten Ackerwildkräutern (Archäophyten).


ich kenne zwar das Aussehen der Spiegel nicht, die die Venus benutzt,
aber offenbar offenbar wusste Herr Linné da besser Bescheid,
als er diese Blumenart danach benannte

der Klatschmohn (Papaver rhoeas) darüber
ergab einen interessanten Farbkontrast




sieht man im Kanton Bern auch nicht gerade häufig:
die Sibirische Schwertlilie (Iris sibirica)




hier ist der Bestäubungsvorgang zu sehen:
die Fliegen kriechen den Saftmalen der
Hängeblätter entlang hoch
bis zu den sog. Griffelblättern

am selben Ort blühte auch
die Kuckucks-Lichtnelke (Silene flos-cuculi)





es war hinreissend, diese Art so zahlreich im Mittelland
zu beobachten, z.T. noch in den dunkelvioletten Knospen.


zwei Lippenblütler, einer vom gemeinen Volke:
der Wald-Ziest (Stachys sylvatica) ...
und einer von Adel:
der Löwenschwanz (Leonurus cardiaca).




jetzt sind wir bereits im Jura angelangt,
wo eine der grossen Berner Raritäten zuhause ist:
der Blassgelbe Schöterich (Erysimum ochroleucum)

typischer als hier könnte er nicht wachsen:
in einer steilen Schutthalde




er ist der rare Bruder des früher in Ziergärten beliebten Goldlacks
und hat ein ebenso feines Odeur







die ausdauernde, immergrüne Art muss sich
mit einem beeindruckenden Wurzelwerk in Schotter verankern




bei der  Färber-Reseda (Reseda luteola)...

handelt es sich um eine alte Färberpflanze.


sie beeindruckt mit ihrem hohen, schlanken Wuchs...

und den ungeteilten langen Blättern.

die auch Färber-Wau genannte Art ist im Mittelmeerraum beheimatet
und gilt in weiten Gebieten Europas als alteingebürgert (Archäophyt)





gleich daneben ihre viel häufigere Schwester:
es ist die Gelbe Reseda (Reseda lutea) mit geteilten Blättern





die heute nur vereinzelt auftretende Art
steht auf der Roten Liste gefährdeter Arten



diese hier sah ich aber zum ersten Mal:
es ist die Echte Ochsenzunge (Anchusa officinalis)


indigen wächst sie
 in den Steppen Südosteuropas


auch sie ist ein Archäophyt
und gehört zu den Borretschgewächsen






die schönen Blüten im Detail zeigen, dass sich
diese Art auch als Zierpflanze eignen würde




am Ende der Fahrt im äussersten Berner Jura angelangt... 

wurde ich durch das gerade voll erblühte
Alant-Greiskraut (Tephroseris helenitis) belohnt.


auch wenn es nicht so spektakulär ist
wie z.B. die Sibirische Schwertlilie ...

gefielen mir seine in doldigen Trauben
angeordneten Köpfe ausserordentlich gut.


die Art ist in der Schweiz als
stark gefährdet eingestuft

die typisch spatelförmigen Blätter
dieser Art, die unterseitig grau sind

wie kleine Sonnen, so wie sie Kinder zeichnen, ...


 leuchteten seine Blütenkörbchen über diese Feuchtwiese





hier ist es schon verglüht, pardon verblüht


eine Besonderheit des Jura, wenn auch
nicht gefährdet, ist auch diese Art 
mit den grossen Blättern

es ist der Jura-Wiesen-Bärenklau
(Heracleum sphondylium ssp. alpinum)

wie bei allen Bärenklauen sind auch hier
randlichen Blüten einseitig etwas vergrössert




zum Abschluss konnte ein Besuch bei der alten Tante nicht
ausbleiben. Es ist eine der ältesten Eiben, die bekannt sind

hoffentlich ergeht es ihr nicht so schnell
wie dieser Föhre, die aber auch als Gerippe
noch soviel Schönheit ausstrahlt









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