Mittwoch, 1. Juni 2016

eine Stunde Unsterblichkeit

"Betrachte eine Stunde lang das Wiegen einer Blüte im Wind, und du bist während einer Stunde ein Unsterblicher". Diese seltsam widersprüchliche Formel eines fernöstlichen Poeten ging dem Blumenwanderer durch den Kopf, als er in einer artenreichen Wiese bei Obwang oberhalb von Brienz sein Zvieri verzehrte und die schönen Blütengeschöpfe neben sich betrachtete, insbesondere die vielen Fliegen-Ragwurze, die er dort fand.



die Aehrige Rapunzel (Phyteuma spicatum)
gehört zu den Glockenblumengewächsen...
und sie zu den Orchideen:
drei Grosse Zweiblätter (Listera ovata)


erstmals in dieser Saison blühend gesichtet:
das Weisse Breitkölbchen (Platanthera bifolia)

und schon zeigt sich auch eine Hummel-Ragwurz (Ophrys holosericea)
direkt am Wanderweg. Es sollte nicht die letzte bleiben.....


Blick auf den Brienzersee von Obwang aus.


Detailaufnahme der Blüten
des Grossen Zweiblattes
Pyrenäen-Bergflachs (Thesium pyrenaicum)

diese Schöne mit Schleier ist
der Kleine Wiesenknopf (Sanguisorba minor).
Die Staubbeutel dieses Rosengewächses hängen
schlaff aus den kronblattlosen Blütchen herab


der Wald-Storchschnabel (Geranium sylvaticum)
kommt auch auf Wiesen vor.
Skabiosen-Flockenblume (Centaurea scabiosa)

Kelch-Simsenlilie (Tofieldia calyculata)

Hummel-Ragwurz neben abgeblühtem
Langblättrigem Waldvögeli


aus der Nähe offenbart sich die Schönheit
ihrer Blüten.

Nestwurz (Neottia nidus-avis)








die Überraschung des Tages war sicher
ein grosses Vorkommen der
Fliegen-Ragwurz (Ophrys insectifera)


ihre Blüten wirken wie auf dem Stängel
aufgereihte Insekten, was durchaus
Absicht ist.

Die Blütenblätter dieser Orchideenart
täuschen die Form einer bestimmten
Wespen-Art vor und locken damit
einen spezifischen Bestäuber an.









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