Freitag, 22. Juni 2018

Rom

O wie fühl´ ich mich in Rom so froh!
Gedenk´ ich der Zeiten,
Da mich ein graulicher Tag hinten im Norden umfing.     

J.W. Goethe: Römische Elegien


Der Blumenwanderer wäre nicht er selbst, wenn er auf einer Städtereise nach Rom neben dem Besuch einiger baulicher Sehenswürdigkeiten nicht auch auf Blumenpirsch gegangen wäre.
Obschon die Zeit kurz war, reichte es doch für einen Abstecher in den Botanischen Garten,
der zum Glück immer noch ein Geheimtipp ist.
Der Orto Botanico wurde 1883 als Nachfolger der auf die Renaissance datierenden päpstlichen botanischen Gärten angelegt und ist bis heute eine Oase der Ruhe inmitten der ansonsten quirligen Ewigen Stadt.



Erster Tag

im Hotelgarten blühte gerade der
Granatapfel (Punicum granatum)



wirklich erstaunt war ich, dass dort fast wie Unkraut auch
das Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea) und
der Durchwachsene Bitterling (Blackstonia perfoliata) wuchsen




der Bitterling ist in der Schweiz eine
gefährdete Rote-Liste-Art

er zählt zu den Enziangewächsen








das erste Ziel war die Piazza Navona mit dem Vierströmebrunnen.
Auf dem langgezogenen Platz fanden in der Antike
athletische Wettkämpfe und Gladiatorenspiele statt.

weiter ging es zum frisch restaurierten Trevibrunnen ...

und zur Spanischen Treppe mit Santa Trinità dei Monti.


Wenn man aus einer Gasse kommt, öffnet sich plötzlich
der Blick auf das monumentale Pantheon
noch imposanter ist es, wenn man an das ursprünglich
 allen Göttern Roms geweihte Heiligtum herantritt.
Heute ist es eine Kirche.


es hatte mehr als 1700 Jahre lang, gemessen am
Innendurchmesser,die größte Kuppel der Welt und 
gilt allgemein als eines der am besten erhaltenen 
Bauwerke der römischen Antike

am Scheitelpunkt der Kuppel befindet sich eine kreisrunde
Öffnung von neun Metern Durchmesser, das Opaion, 
das neben dem Eingangsportal die einzige Lichtquelle des
Innenraums darstellt. Durch das Opaion kann Regen fallen.


hier ist auch der Sarkophag Raffaels
 und anderer Persönlichkeiten zu besichtigen

Engelsbrücke und Engelsburg bei fortgeschrittener Dämmerung.
Die Engelsburg war ursprünglich ein Museoleum für Hadrian und
diente später den Päpsten als Fluchtburg.




Zweiter Tag

der Lorbeer (Laurus nobilis) als Stadtbaum


das Forum Romanum ist eine der wichtigsten
Ausgrabungsstätten Roms

der Konstantinsbogen neben dem Kolosseum zu Ehren des
Kaisers Konstantin in Erinnerung an dessen 
Sieg bei der Milvischen Brücke
ohne seine Pinien (Pinus pinea) wäre Rom bei weitem nicht dasselbe

das Kolosseum ist das grösste je erbaute Amphitheater der Welt,
hier mit einem grossen Oleander (Nerium oleander)





die Laternabasilika (San Gionvanni in Laterano) ist eine der
sieben Pilgerkirchen und der offizielle Sitz der Päpste

auch ihre riesigen Bronzetüren beeindruckten mich.
Sie stammen aus dem antiken Versammlungsgebäude 
des Senats auf dem Forum Romanum (Curia Iulia)

wächst in allen Fugen und Ritzen Roms:
das Vierblättrige Nagelkraut (Polycarpon tetraphyllum)



die unscheinbaren Blütchen dieses Nelkengewächses stehen
in reichverzweigten Dichasien. Es ist auch in der Schweiz
vor allem im Tessin eingebürgert.

auch überall in Rom anzutreffen ist
das Glaskraut (Parietaria officinalis) und
die Mäuse-Gerste (Hordeum murinum cf.)

eine weitere Pilgerkirche:
die mit prächtigen frühchristlichen Mosaiken ausgestattete
Basilika Santa Maria Maggiore

das Apsismosaik wurde um 1296 von Jacopo Torriti geschaffen.
Es zeigt die Krönung Mariens im Himmel durch ihren Sohn.

der Innenraum dieser frühchristlichen Basilika,
die als erste nicht mehr vom Kaiser oder der kaiserlichen Familie, 
sondern vom römischen Bischof  als Votivkirche in Auftrag gegeben wurde




Dritter Tag

strahlend blauer Himmel über dem Petersdom. Im Fuße des 
aus Ägypten stammenden Obelisken soll sich die Asche von
Caesar, in seiner Spitze ein Teil des Kreuzes Christi befinden

nach dem Betreten der Vatikanischen Museen
sieht man von einem Balkon aus auf die Ewige Stadt

diese Museen beherbergen unter anderem eine der grössten Sammlungen
antiker Skultpuren. Im Zuge des Museumsbesuchs besichtigt man
auch die Sixtinische Kapelle, wo das Fotografieren untersagt ist


in der Gallerie der Wandteppiche ist das Leben Jesu
dargestellt, hier die Auferstehung (Ausschnitt)

in der Gallerie der Landkarten werden die Provinzen Italiens
dargestellt, hier der Monte Gargano

neben den Stanzen des Raffael befindet sich die Sala dell' Immacolata,
wo die Verkündigung des Dogmas von der unbefleckten
Empfängnis Mariens dargestellt ist





von der Sixtina kann man auf direktem Wege in den
Petersdom gelangen. Ohne Frage gehört er zu einem
der atemberaubendsten und schönsten Bauwerke Roms

Blick in die Kuppel des Petersdoms, die als das
größte freitragende Bauwerk der Welt gilt, das aus Ziegeln errichtet wurde. Höher als diese Kuppel
darf bis heute in Rom nicht gebaut werden!


Michelangelos Pietà im Petersdom ist eine der 
bekanntesten Darstellungen dieses in der 
abendländischen  Kunst sehr beliebten Sujets

weltberühmt auch die Bronzestatue des
hl. Petrus von Arnolfo di Cambio,
die um 1300 entstanden ist





am Nachmittag brauten sich über Berninis Kolonnaden
dunkle Gewitterwolken zusammen, ....

die sich alsdann in einem gewaltigen Platzregen entluden.



Vierter Tag

von hier an die Aufnahmen aus dem botanischen Garten,
der unter anderem für seine Palmensammlung bekannt ist ......

und für den Triton-Brunnen.



Der Pinsel-Rauhschopf (Dasylirion acrotrichum) stammt aus den Bergen
Mexikos. Terminal spleissen die Blätter in büschelartige Gebilde auf
das Spargelgewächs blühte gerade


Stranddistel (Eryngium maritimum)



Gelber Hornmohn (Glacium flavum) mit den namensgebenden 
langen Kapselfrüchten. Er kommt an den Küsten des Mittelmeers
vor und ist unbeständig bis nach Mitteleuropa vorgedrungen.






Zistrose

Johannisbrotbaum (Ceratonia siliqua)





der Frauenhaarfarn (Adiantum capillus-veneris) liebt das
feuchtwarme Klima dieses mit Wasserlinsen übersäten Teichs

die Bougainvillien-Bäume werfen
den Nordländer fast um!

der Pfriemenginster (Spartium junceum) zählt zu den sogenannten
Rutensträuchern, die schon im Frühsommer ihre Blätter abwerfen.
Die Photosynthese geschieht dann nur in den grünen Zweigen.

Die Paradiesvogelblume (Strelitzia reginae) ist schon verblüht.
Sie kommt in Südafrika in der Kap-Provinz
an Flussufern und auf Waldlichtungen vor.




die seidig weissen Bllüten des Kalifornischen
 Baummohns (Romneya coulteri)...

ziehen aller Blicke auf sich.

der Sagopalmfarn (Cycas revoluta) hat sein natürliches
Verbreitungsgebiet in Japan, macht sich aber auch in Rom sehr gut.


typisch fürs Mittelmeergebiet sind indes diese zwei:
der Westliche Erdbeerbaum (Arbutus unedo) und ....

die Myrte (Myrtus communis).

ein Rosmarin-Strauch (Rosmarinus officinalis) ist mit einem beeindruckenden
liegenden Stamm aus seinem Pflanzbeet herausgewachsen

das Rosmarinblättrige Heiligenkraut (Santolina rosmarinifolia)
kommt in Spanien und Portugal vor

hier die sehr gepflegte Insektivoren-Abteilung mit ...





Gelber Schlauchpflanze (Sarracenia flava) und ....

Rotre Schlauchpflanze (Sarracenia purpurea).


Weisse Schlauchpflanze (Sarracenia leucophylla), ...

deren Blätter oben und am Deckel
eine rote Nervatur aufweisen.

der Echte Papyrus (Cyperus papyrus)
gehört zu den Sauergräsern


eine gewaltige Korkeiche (Quercus suber)
steht am Wegesrand

hier mit dem Rucksack zum Grössenvergleich

schon am Eingang wie auch im Garten stand eine riesige
Immergrüne Magnolie (Magnolia grandiflora).
Sie ist eine Charakterpflanze aus den amerikanischen Südstaaten.
 In Louisiana und Mississippi ist sie sogar „state tree“.

ohne Worte





überall im Garten wächst wild der Akanthus (Acanthus mollis)

er hat auch den Trivialnamen Bärenklau,
ist indes nicht zu verwechseln mit
der Gattung Bärenklau (Heracleum)



die Dünen-Trichternarzisse 
(Pancratium maritimum)...




ist an den Küsten des Mittelmeeres weit verbreitet.






die Wollemie (Wollemia nobilis)....


ist ein erst 1994 in Australien entdecktes Araukariengewächs.
Sie war vorher nur von viele Millionen Jahre alten Fossilien
bekannt und galt daher als ausgestorben. Das Artepitheton
nobilis wurde zu Ehren ihres Entdeckers David Noble gewählt.







die Artischocke (Cynara cardunculus) war bis zur französischen
Revolution in den Gärten des französischen Landadels 
ein Zeichen von Reichtum und vornehmer Lebensart ...

und man kann es verstehen, wenn man diese
prächtige Distel sieht, die hier bis zu
zwei Meter hoch geworden ist


so schön blüht der Kapernstrauch (Capparis spinosa), wenn man
nicht vorher die Knospen aberntet und in Salzlake und Essig einlegt


ein Blick auf die Stadt Rom ....

vom Japanischen Garten aus.





dort gibt es auch richtige Bambuswälder (Phyllostachys mitis).
So gross können Süssgräser auch werden!

da kommt man sich wie ein Käfer
in einer Wiese vor!