Sonntag, 10. Februar 2019

die Lichtblume

Wenn im Februar die Walliser Follatères den Blütenschmuck der Lichtblumen (Bulbocodium vernum) tragen, ist das jedes Jahr ein willkommener Frühlingsgruss! Der frühe Austriebsbeginn hat lokalklimatische Ursachen, denn an anderen Stellen im Wallis beginnt ihre Blüte erst im März.
Es erweist sich immer wieder als schwierig, gute Aufnahmen der Lichtblumen zu machen. Denn so schön sie an Ort und Stelle aussehen, fehlt oftmals den Fotografien das gewisse Etwas, und die lilafarbene Leuchtkraft dieser floralen Juwelen kommt nicht so richtig zum Tragen.


während auf der Alpennordseite noch Schnee liegt,
erscheinen im Wallis schon die Frühlingsboten

wenn sie noch nicht richtig geöffnet sind,
erinnern die Lichtblumen etwas an Krokusse, ...

haben mit ihnen aber sonst nichts gemein,
denn sie gehören zu den Zeitlosengewächsen (Colchicaceae).

auch ein Kleiner Fuchs (Aglais urticae) war bereits
aus dem "Winterschlaf" erwacht


der markante Catogne im Hintergrund ...

ist so etwas wie der Niesen von Martigny.


kaum sind die Knospen durch das dürre Gras oder Laub gestossen,
öffnen sie sich auch schon! Auch weisse Formen gibt es.















der Fruchtstand des Blauen Steinsamens (Buglossoides purpurocaerulea)
mit seinen porzellanartigen, weissen Samen






doch noch etwas Grünes: Orchideen-Rosetten
(Orchis morio cf.) ...


und die Sonnenwend-Wolfsmilch
(Euphorbia helioscopia).



Knospen des Vielstängeligen Schaumkrauts
(Cardamine hirsuta)

im Vordergrund knospende
Lenzblümchen (Erophila verna aggr.)



sonst ist die Natur auch im Wallis ....

grösstenteils noch im Winterschlaf.

Blick von hoher Warte auf die Follatères und die Talebene





Mittwoch, 26. Dezember 2018

Spätlese

Was bei den Weinen manchmal eine besondere Sammlung ausgewählter Tropfen ergibt, stellt auch der Blumenwanderer in Form einer Spätlese zusammen. Es sind ein paar Aufnahmen, die liegengeblieben sind und vielleicht noch einen geneigten Betrachter finden.
Ein merkwürdiges Gefühl, all die Aufnahmen des verflossenen Jahres nochmals zu sichten und zu wissen, dass die ganze Pracht längst verwelkt, verdorrt oder von Väterchen Frost in den verdienten Heilschlaf geschickt worden ist.
Mögen all die Samen, Knollen und Wurzeln einem neuen Frühling entgegenschlummern!






das Laub war noch nicht da, als diese schon blühte:
die Schuppenwurz (Lathraea squamaria)




der schöne Wurzelparasit verzichtet auf Blätter und.....

konzentriert sich ganz auf die Blütenbildung.

die Kander kurz vor der Mündung in den Thunersee,
wo die Schuppenwurz blühte


der Faden-Ehrenpreis (Veronica filiformis)
breitet seine Blütenteppiche im Vorfrühling aus....

ebenso wie die Traubenhyazinthen (Muscari armeniacum cf.)





im Stocketäli stellenweise auch teppichbildend:
der Lerchensporn (Corydalis cava)





hier findet der einsame Wanderer im Vorfrühling
in einigen Winkeln auch den Gelbstern (Gagea lutea)




die Lerchensporne vor der Simmenfluh-Nordseite
mit dem Fliederhorn in der Mitte,
das am Ende des Beitrags zu Ehren kommt

Wald-Schlüsselblume (Primula elatior)



knospende Zweiblätter (Listera ovata)

soviel Bärlauch (Allium ursinum) auf einer Wiese sieht man nicht alle Tage

ebensowenig wie diese diese Günsel (Ajuga reptans)
in zwei Farben nebeneinander


Vielblütiges Salomonssiegel (Polygonatum multiflorum)

keine Raupenzucht, sondern das Ergebnis der Weidenblüte


Vierblättrige Einbeere (Paris quadrifolia)



das Christophskraut (Actaea spicata) gehört unglaublicherweise
zu den Hahnenfussgewächsen




der Keilblättrige Steinbrech (Saxifraga cuneifolia)....

oberhalb von Boltigen gesehen


und immer wieder grüssen die
schönen Orchideen....

wie hier die Braunrote Stendelwurz
(Epipactis atrorubens)






in dieser mystischen Gegend gibt es auch die
Grossblütige Bergminze (Calamintha grandiflora) ...

und den Türkenbund (Lilium martagon)....

sowie die Korallenwurz (Corallorhiza trifida)...




und die Alpen-Waldrebe (Clematis alpina)
im Fichtengeäst.





der Sommer hat in Sigriswil Einzug gehalten...

und mit ihm auch die Tarant-Blüte
(Swertia perennis)




so schön das Ganze ist, spielen sich in dieser Idylle bei näherem Hinsehen
auch Dramen ab: die Krabbenspinne hat eine Fliege erbeutet!





an derselben Stelle ist auch die unscheinbare Einorchis
(Herminium monorchis) nicht selten

diese Orchideenart verströmt einen feinen,
an Honig erinnernden Duft



dort sah ich erstmals auch eine reinweisse
Sumpf-Stendelwurz (Epipactis palustris).
Links davon der Normalbürger.




in der Mitte des Beitrags der Höhepunkt
in Form einer hohen Blume im Hochsommer!


ein sagenhafter Bestand der Alpen-Kopfblume (Cephalaria alpina)
oberhalb von Jaun




ohne Worte








ich fühlte mich im Paradies

dort auch der Oesterreicher Haarstrang
(Peucedanum austriacum)...


und die Armblütige Gänsekresse (Fourraea alpina), ...

leider schon verblüht.



Russischer Bär auf Ross-Minze (Mentha longifolia)

auch die Behaarte Karde (Dipsacus pilosus)
ist das Ziel von Schmetterlingen
wer kann schon von sich sagen, er halte das Stockhorn zwischen den Fühlern?
Diese und die folgenden Aufnahmen entstanden auf der Thuner Allmend.


die zierliche Kleine Wolfsmilch (Euphorbia exigua)





da hat sich ein Kleiner durchgesetzt:
Acker-Gauchheil (Anagallis arvensis)
versus Natterkopf (Echium vulgare)

sieht aus wie ein Bäumchen und ist doch winzig:
Kleines Leinkraut (Chaenorrhinum minus)


Wiesen-Flockenblume (Centaurea jacea)...

mit Wendelähren (Spiranthes spiralis).

so haben unsere fernen Vorfahren, die Pfahlbauern,
den Niesen auch schon gesehen. Sie lebten nach
neueren Erkenntnissen auch am Thunersee.


eine spezielle Art der Königskerzen: ...

das Schabenkraut (Verbascum blattaria).


über dem Thunersee angetroffen:
das Tausendgüldenkraut (Centaurium erythraea)...






und das Blut-Johanniskraut (Hypericum androsaemum).


An einem ganz anderen Ort gefielen mir ...


die vegetativen Formen dieser leider ...

noch nicht blühenden Durchwachsenen 
Bitterlinge (Blackstonia perfoliata).


diese Pflanze überraschte mich zwischen Thun und Bern:
es ist die Rapunzel-Resede (Reseda phyteuma), eine im Mittelmeerraum
verbreitete Art, die in der Schweiz sehr selten auftritt!



im Wallis blühten im Spätsommer
die Sprossenden Felsennelken (Petrorhagia prolifera)....




und auch schon die Goldastern (Aster linosyris).





nun ist im Wallis das satte Sommergrün
den Herbstfarben gewichen

grün geblieben ist indes die
Schweizer Lotwurz (Onosma helvetica)

diese seltenen Blumen mit dem grünen Kragen....

schauen lustig aus dem nassen Laub hervor.

weshalb mir die Kragenblumen (Carpesium cernuum)
 so gefallen, weiss ich eigentlich nicht genau zu sagen




der schöne Grannen-Schildfarn (Polystichum setiferum)
hat sich als mediterrane Art in der Schweiz nur ....

an einige warme Orte vorgewagt....

wie hier bei St-Gingolph am Genfersee.

die Moosorchis (Goodyera repens)...
in Vollblüte.

sie sieht man häufig im Aufstieg zum Fliederhorn
in der Simmenfluhgruppe


mit den Aufnahmen vom Fliederhorn aus
schliesst das Potpourri durch das Blumenjahr 2018






der Blumenwanderer wünscht allen .....

ein gesegnetes Neues Jahr 2019!